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Das geistliche Amt von Kirchnerinnen und Kirchnern/ Mesnerinnen und Mesnern

Die Kerzen leuchten, die Mikroanlage funktioniert, die Glocken läuten und laden so zum Gottesdienst ein.

Dass Kirchnerinnen und Kirchner meist hinter den Kulissen arbeiten, gehört zu ihrem Selbstverständnis. Sie lieben ihre Kirche und sorgen für einen Kirchenraum, der die Augen erfreut. Sie selbst haben einen eigenen Blick für den Kirchenraum und sehen, wo der Putz bröckelt oder Holzwürmer hier ihre Häufchen hinterlassen. Sie möchten, dass der Kirchenraum gepflegt aussieht und Menschen sich dort wohl und willkommen fühlen.

Dass sie im Hintergrund arbeiten, akzeptieren sie. Etwas mehr Aufmerksamkeit von ihrer Landeskirche wünschen sie sich allerdings schon: „Kirchnerinnen und Kirchner laufen sehr oft unter dem Radar, obwohl sie in den Kirchengemeinden vor Ort wesentliche Aufgaben weit über das „Schmücken und Kerzenanzünden“ wahrnehmen.“ So begründet die Fachgruppe Kirchner im Verband kirchlicher Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen Bayern ihre Forderungen, die sie am 1. Mai 2024 dem damals neuen Bischof Christian Kopp überreichte. Dazu gehört die Forderung: „Endlich! Eine Regelung zur Ansprechperson innerhalb des Landeskirchenamtes Bayern zur dortigen Wahrnehmung der Sorgen und Problematiken der Kirchner in der Fläche!“  Über 2000 Kirchnerinnen und Kirchner sind für unsere Kirche tätig, der größte Anteil davon inzwischen Ehrenamtliche und Geringfügig Beschäftigte.

All diese Menschen übernehmen eine wichtige Aufgabe, die den Auftrag der Kirche aufrechterhält. Das stellt auch der Abschlussbericht zum Miteinander der Berufsgruppen in der ELKB von 2029 fest: „Die Mesnerinnen und Mesner/ Kirchnerinnen und Kirchner dienen und helfen durch ihren Dienst der Verkündigung des Wortes Gottes.“ Das tun sie durch das Herrichten, die Pflege der Kirche und die Begleitung der Gottesdienste. Dieser Dienst – so unsere Erfahrung aus der Aus- und Fortbildung von Kirchnerinnen und Kirchnern - hat auch eine seelsorgliche Dimension. Kirchnerinnen und Kirchner sind Ansprechpersonen an der Tür und im Kirchenraum für die unterschiedlichsten Besucherinnen und Besucher. Auch der Kirchenraum selbst wirkt auf die Seele der Menschen. Ein achtsam gepflegter Raum tut der menschlichen Seele gut.

Neue Aufmerksamkeit haben die Kirchnerinnen und Kirchner inzwischen von der Evangelischen Erwachsenenbildung. Das kommt bei den neuen Kirchnerinnen und Kirchnern gut an. Evangelische Bildungswerke bieten Ausbildungstage an. Wer an vier Samstagen dabei ist, weiß über Gottesdienst- und Läuteordnung Bescheid, über das Kirchenjahr mit seinen liturgischen Farben, über die Pflege von Kerzen und Kunstwerken, über rechtliche und technische Fragen… .

Diese Tage sind mit um die 20 Teilnehmenden gut besucht – trotz der 50,-€, die Gemeinden jetzt zusätzlich zu den Fahrtkosten pro Tag zahlen müssen.

Diese 50,- pro Gemeinde reichen nicht aus. Es braucht weiter den landeskirchlichen Zuschuss, der gewährleistet, dass ein- oder mehrtägige Aus- und Fortbildungen durchgeführt werden können.

Und es braucht die Aufmerksamkeit für diese Berufsgruppe.

Denn „ohne das Amt des Kirchners wäre die Kirchenlandschaft nicht nur ärmer, es würde ihr etwas Wesentliches fehlen“ (Aus den Forderungen zum 1. Mai 2024)

 

Ein Blog von Ursula Leitz-Zeilinger, Referentin am Gottesdienst-Institut der ELKB

 

Literatur

Verschiedene Gaben – Ein Geist, Viele Glieder – Ein Leib, Verschiedene Dienste – Ein Herr. Das Miteinander der Berufsgruppen in der Evangelisch Lutherischen Kirche in Bayern, Abschlussbericht März 2019

Verband kirchlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Bayern – Fachgruppe Kirchner, Forderungen zum 1. Mai 2024