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Eine wertschätzende Begrüßung

„Schön, dass du da bist!“ Wer freut sich nicht über eine solche Begrüßung? Ich bin wahrgenommen. Dieser Satz drückt Wertschätzung aus. Es ist dem anderen, der das ausspricht wichtig, dass ich da bin, dass ich gekommen bin. Da geht’s mir doch gleich gut. Ich fühle mich sicherer. Und ich denke, ja, schön, dass ich da bin!

Das sind einfach zusammengefasst die Hintergründe für unsere Initiative „Schön, dass du da bist“ für „Back to church/Gottesdienst erleben“. Wir haben Ideen dazu auf der Homepage, wir bieten im Shop Materialien, wie Aufkleber, Segensbändchen und sogar einen Bierdeckel dazu an.

Und doch hat dieser Satz „Schön, dass du da bist!“ verschiedene Dimensionen. Wenn ich länger darüber nachdenke, kommen Fragen. Was ist, wenn ich das nicht hören will. Wenn ich es nicht schön finde, zum Beispiel?

In diesem Blog greifen wir den Impuls, den wir auf der Homepage für die „Back to church/Gottesdienst erleben“-Initiative geben noch mal auf und vertiefen die Gedanken dazu.

Lade jemanden ein, den du kennst, zu etwas, was du schätzt“, lautet der Grundgedanke von „Gottesdienst erleben“ einerseits. Da gibt es anderseits noch vielfältigere Bedeutungen dazu. Aber eins nach dem anderen.

„Herzlich Willkommen hier zu unserem Gottesdienst!“

Auf „Back to church“ bezogen: „Schön, dass du da bist“, wir haben dich eingeladen zu „Back to church/Gottesdienst erleben“. Das ist der wesentliche Gedanke, die Willkommenskultur der Gemeinde stärken mit dieser Aktion. „Herzlich Willkommen hier in unserer Kirche! „Am dritten Sonntag im September – eine Woche nach Schulbeginn in Bayern – aber auch die nächsten Sonntage -, laden die Kirchengemeinden der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern besonders zu Gottesdiensten ein. Im Mittelpunkt steht die Überzeugung, dass Gottesdienste Menschen guttun, dass es viele gute Gottesdienste Sonntag für Sonntag in bayerischen Gemeinden gibt und dass es sich lohnt dazu einzuladen. Und jede und jeder, die oder der das so empfindet ist aufgerufen jemanden dazu einzuladen oder mitzubringen. Gerne jemanden, der selten kommt oder noch nie da war.

Zugegeben, vielleicht geht er bei aller Euphorie manchmal unter. Aber der Gedanke: „Lade jemanden, den du kennst, zu etwas ein, das du schätzt!“ steht im Mittelpunkt der Aktion. Wir haben die Überzeugung, dass Gottesdienste Menschen guttun, dass es viele qualitätsvolle Gottesdienste Sonntag für Sonntag in unseren Gemeinden gibt und – das Wichtigste - dass es sich lohnt dazu einzuladen! Und nun bist du da! Herzlich willkommen, schön, dass du da bist.

Gemeindeglieder, die den Gottesdienst regelmäßig besuchen, können mündlich oder auch mit bereitgestellten Einladungskarten andere Menschen einladen, die schon lange nicht mehr oder noch nie einen Gottesdienst besucht haben. Die Idee stammt aus der Kirche in England, die unter dem Motto „Back to church“ eine große Bewegung ausgelöst hat.

„Komm doch auch – unser Gottesdienst ist toll!“

Klingt gut? Tja, wie immer ist das nicht immer so einfach. Das kostet manchmal Überwindung. Einerseits ist es Typsache, ob ich gerne auf andere Menschen zugehe, ob ich unbefangen und offen jemanden ansprechen kann. Das hängt auch davon ab, wie gut ich die Person kenne. Ob ich überzeugt bin, dass die Einladung demjenigen guttut – oder ob ich daran zweifle. Ich könnte Bedenken haben, dass es das richtige für den anderen ist. Oder gefällt es mir in unserem Gottesdienst zurzeit selbst nicht so gut? Kann ich dann einladen? All diese Bedenken haben wir schon zu hören bekommen, wenn es um „Back to church“ geht.

„Schön, dass du gekommen bist! – Wirklich?

Schön, dass du da bist! Wir haben dich eingeladen. Schön, dass du gekommen bist. Das ist nicht selbstverständlich.

Einerseits, wenn ich die Einladung annehme, gehe ich davon aus, dass ich auch wahrgenommen werde, wenn ich komme. „Schau, ich habe deine Einladung wahrgenommen und bin jetzt hier.“ Wenn ich dann begrüßt werde, gar erkannt werde, fühle ich mich ernst genommen. Aber es kann auch anders gehen: Ich nehme die Einladung wahr, aber niemand begrüßt mich. Niemand schaut mich an. Ich stehe oder sitze am Rand und fühle mich fehl am Platz.

Und auf der anderen Seite: Oft sind Gastgeber enttäuscht, dass Gäste trotz Einladung und manchmal auch trotz Zusage die Einladung nicht wahrnehmen. Umso mehr freut sich die Gastgeberin, die Kirchengemeinde, dass du da bist.

Was für ein Typ Gast bist du?

„Bitte kann es wieder einen Eingang in die Kirche geben, an dem man nicht begrüßt wird!“, lautete ein inständiger Wunsch eines Gemeindegliedes in einer Gemeinde, in der es in der Coronazeit eingerichtet worden war, dass an jedem Eingang ein Begrüßungsteam stand und die Plätze anwies.

Die Frage stellt sich: Möchtest du (besonders) begrüßt werden? Legst du Wert auf besondere Beachtung, öffentliche Erwähnung, besondere Behandlung? Oder bist du eher der ruhige Gast, der kein Aufhebens um seine Person haben will, dem eventuell zu viel Aufmerksamkeit unangenehm ist. Ein Gast, der sich erstmal umschauen möchte und beobachtet. Vielleicht willst du dich nur mal das Ganze ansehen, unverbindlich, unbeachtet? Wer weiß, was mich erwartet, wer weiß, ob ich bleiben will, wer weiß, ob es für mich schön ist? Das sind alles berechtigte Anliegen. Wie man denen als einladende Gemeinde gerecht werden kann, gilt es sich vor Ort zu überlegen.

Wer ist Gastgeber?

Schön, dass du da bist! Wer sagt das? Wer lädt ein? Die Kirchengemeinde, in Person eines bestimmten Menschen. Ich, als Nachbar, Freund, Bekannter lade dich gerne dazu ein. An der Kirchentür sprechen Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorsteher das Willkommen aus.

Aber eigentlich spricht Gott die Einladung zu den Gottesdiensten, bzw. zu den Veranstaltungen der Kirchengemeinde aus. „Gott hat dich eingeladen. Schön, dass du da bist!“

Ausdruck einer Zuneigung

Es gibt eine tiefere Dimension dieses Satzes als das Willkommen im Gottesdienst. Es ist grundsätzlich ein Zuspruch, Ausdruck einer Zuneigung. Es stellt eine persönliche Wertschätzung des oder der Nächsten dar. Paare sagen zueinander, „Schön, dass du da bist“, in meiner Nähe, in meinem Leben. Gut, dass ich dich habe. Oder es können Nachbarn, Freunde und Freundinnen, Eltern zu den Kindern und umgekehrt zueinander sagen. Nicht zuletzt können es Gemeinden zu ihren Pfarrerinnen und Pfarrern und allen die mitarbeiten zusprechen. Ein Mensch spricht zum anderen Mensch, „Schön, dass du da bist!“. Es tut gut, wenn einem das jemand sagt. Statistiken zeigen, dass die Einsamkeit zunimmt, dass die Zahl der alleinlebenden Menschen zunimmt; und damit mitunter auch die Einsamkeit. Dieser Satz bricht das auf. „Schön, dass du da bist!“ Nicht nur jetzt und hier, sondern überhaupt gilt, schön, dass es dich gibt!

Gott ist der wahre Gastgeber

Und schließlich sagt das Gott jedem einzelnen von uns zu, „Schön, dass du da bist!“. Ich habe dich gekannt, bevor du geboren wurdest. Ich habe dich gewollt, so wie du bist. Das war keine Laune des Schicksals, du bist gewollt. Schön, dass du da bist!

Schon in der Taufe sagt Gott uneingeschränkt Ja zu dir. Ja, du bist meine Tochter, du bist mein Sohn; du bist Bruder oder Schwester Jesu Christi; ich werde bei dir bleiben bis ans Ende deines Lebens und darüber hinaus. Die Taufe ist der Beginn eines neuen Lebens, das unter dem Zeichen der Liebe Gottes und seiner Vergebung steht. Und es ist eine lebenslange Zusage: Schön, dass du da bist. Ich freue mich über dich.

 

 

Willkommesgeschenke oder Mitgaben

„Schön, dass du da bist!“ Mit diesem Spruch stehen im Shop des Gottesdienst Institutes Willkommensgeschenke zur Verfügung. Die helfen können, das Willkommen zu unterstützen. https://shop.gottesdienstinstitut.org/

Vom Bierdeckel, über Aufkleber mit verschiedenen Motiven bis zu Segensbändchen mit diesem Motto. Man kann kleine Willkommensgeschenke an der Kirchentüre zur Begrüßung reichen und sie mit einem Aufkleber „Schön, dass du da bist!“ versehen. Oder man gibt es als „Mitgebsel“ nach dem Gottesdienst mit. Der Bierdeckel kann sowohl am Eingang mit der Einladung verbunden werden, zum Kirchenkaffee oder einem gemeinsamen Umtrunk oder Essen zu bleiben. Die Segensbändchen können entweder von den Mitarbeitenden verteilt oder angebunden werden. Man könnte auch eine Aktion im Gottesdienst machen: Gottesdienstbesucher schenken einander die Bändchen oder binden sie gar an: „Schön, dass du da bist!“

 

Ein Blog von Martin Bek-Baier, Referent im Gottesdienst-Institut der ELKB